Neue Lösungen für Gehörlose im Auftrag vom Gebärdenwerk Hamburg
Beim Thema Barrierefreiheit werden oft die Bedürfnisse von Gehörlosen Internetnutzern komplett ausgeblendet Hier ein Auszug aus “Barrierefreiheit im Internet für Gehörlose” (–> http://www.izhd.uni-hamburg.de/pdfs/Barrierefrei.pdf ):
Die Aufgabe, die Barrierefreiheit für Blinde im Internet herzustellen, stellt keinen Provider mehr vor allzu große Probleme. Die technischen Lösungten dafür sind weitestgehend bekannt und ausgereift. Die Problematik jedoch, welche Regelungen für Gehörlose getroffen werden müssen, stellt anscheinend auch für regierungsamtliche Stellen noch ein offenes Problem dar. Denn die in der Broschüre vergeschlagene Regelung reicht bei weitem nicht aus, um das Internet für Gehörlose zugänglich zu machen.
Warum? Die Gehörlosen können doch lesen, werden wir immer wieder gefragt.
Dass die Beherrschung der Lautsprache für die Gehörlosen schwierig ist, scheint unmittelbar einsichtig zu sein: Eine Stimme zu produzieren, die man selber nie gehört hat, und von den Lippen abzulesen, obwohl nur ein Teil der Laute dort gebildet wird, das scheint den meisten Menschen einzuleuchten. Aber dass diese Schwierigkeit ebenso für die Beherrschung der Schriftsprache gilt, ist vielen nicht sofort klar.
Die Kompetenz der Gehörlosen in Lesen und Schreiben ist gering, weil sie über keinen Rückkanal verfügen und die Lautsprache nie als vollwertiges Kommunikationsmittel erworben haben. Gehörlose haben über Jahrhunderte eine eigene Sprache ausgebildet, die Gebärdensprache, in der sie kommunikativ nicht behindert sind und in der sie sich wirklich zuhause fühlen. Der Ersatz von Audiodateien durch Text, wie es in der Broschüre des Bundesministers vorgeschlagen wird, ersetzt nur eine Barriere durch die andere. Sicher ist Text allemal besser als Ton, aber ein Text, zumal ein komplizierter Text, stellt für die Gehörlosen immer noch eine Barriere dar.
Im Auftrag vom Gebärdenwerk Hamburg haben wir inzwischen neben einem einfach einzubindenen Flash-Player für Gebärdenvideos zwei weitere Tools entwickelt, um das Internet für Gehörlose Teilnehmer barrierearmer zu gestalten.
1. Gebärdensprach-Filme Tool

Mit diesem Flash-basierten Tool können Inhalte von Webseiten die bisher nur als Text vorlagen in Form von Gebärdenvideos abgebildet werden – und das, anders als bisher, in einer Komplettübersicht. Themenbereiche werden anmoderiert und stehen damit unabhängig von meist zu komplizierten Texten. Das Tool wird ab sofort vom Gebärdenwerk Hamburg angeboten!
2. SQ?!AT – Signing Question And Answering Tool (Feedback System für Gehörlose)

Wie kommunizieren Firmen oder Behörden mit ihren gehörlosen Kunden? Das Schreiben einer E-mail stellt, wie oben beschrieben, für viele Gehörlose eine zu große Barriere dar. Was liegt da also näher als ein Tool zu entwickeln, das diese Barriere abbaut und den Gehörlosen ermöglicht die Frage oder Feedback in Form von Gebärden abzugeben – und das möglichst einfach?
SQ?!AT ist denkbar einfach und in jeder Website einzubinden. Icon klicken, Webcam anschließen, Frage oder Feedback in Gebärdensprache aufnehmen und abschicken (und das ohne eine Installation von einer Software, Flash vorausgesetzt). Die Anfrage wird in Textform transkribiert, die Firma/Behörde kann darauf anworten wie bei einer normalen E-Mail. Die Antwort wird wieder in Gebärdensprache übersetzt und dem gehörlosen Fragesteller verfügbar gemacht.
Bei ca. 80 000 Gehörlosen und somit 80 000 potentiellen Neukunden alleine in Deutschland sollte sich Shopbetreiber/Firmen/Behörden das SQ?!AT Tool des Gebärdenwerks Hamburg mal genauer anschauen!

040 / 23 84 92 71





November 11th, 2008 at 11:53 am
Hallo,
danke für das Video
mfg